Offene Kirche – auch für Turmfalken, Schleiereulen & Co. 

Einige Gemeindemitglieder werden sich auf dem Weg in die Kirche sicherlich schon über das neu angebrachte Schild im Turmbereich mit dem Aufdruck „Lebensraum Kirchturm“ gewundert haben.
Es handelt sich um eine Auszeichnung des NABU (Naturschutzbund Deutschland) für Kirchen, die sich besonders für den Artenschutz einsetzen. Wir sind dabei. Denn Kirchtürme sind attraktive Unterkünfte u.a. für Turmfalken und Schleiereulen.

Die Ev. Luth. St. Michaelis-Kirchengemeinde Bienenbüttel hat – wie schon in vorherigen Ausgaben berichtet – im Jahr 2015 beschlossen, sich dem kirchlichen Umweltmanagement-Projekt „Der Grüne Hahn“ (www.gruenerhahn.de) anzuschließen.  Ziel ist die Einführung eines Umweltmanagementsystems in der Kirchengemeinde, das neben den zentralen Themen Energie und Klimaschutz auch die ökologische Aufwertung der kirchlichen Außenanlagen beinhaltet. Zu diesem Zweck werden im Rahmen des Nistkastenprojektes „Offene Kirche – auch für Turmfalken, Schleiereulen & Co.“ rund um die Kirche und  im Bereich des Friedhofgeländes Nistkästen für verschiedene heimische Brutvögel angebracht. Der Förderkreis Kirchengemeinde Bienenbüttel e.V. ist Träger des Projektes und beteiligt sich auch finanziell.
Die Bingo-Umweltstiftung (www.bingo-umweltstiftung.de) hat es mit erheblicher finanzieller Unterstützung möglich gemacht, das Projekt nun in diesem Jahr in die Tat umzusetzen. 
Der Schutz der biologischen Vielfalt ist nicht nur eine gesellschaftliche und politische Aufgabe, sondern fordert uns als Kirchengemeinde heraus, die Verantwortung für die Schöpfung wahrzunehmen. Wir können und wollen als engagierte Schützer und Multiplikatoren tätig sein und hoffen auf vielfältige Unterstützung aus der Gemeinde.
Bereits im April sind im Kirchturmbereich sowie im Giebelbereich des Gemeindehauses innenliegende Nistkästen für Turmfalken und Schleiereulen durch den Schleiereulen Experten Waldemar Golnik (NABU Kreisverband Uelzen) angebracht worden. Damit soll die Wiederansiedlung insbesondere des Turmfalken unterstützt werden, der dort vor einigen Jahren schon einmal heimisch war.

Die KonfirmandInnen wurden von der Naturpädagogin Caroline Rothe (www.waldwärts.de)  spielerisch in die Vogelschutzthematik und Problematik bei der Jungenaufzucht eingeführt sowie beim Zusammenbau von Nistkastenbausätzen angeleitet. Die Holznistkästen werden auf dem kirchlichen Gelände angebracht.
Das Nistkastenprojekt zieht sich über das ganze Jahr hin und bindet auch den Bereich der Kindertagesstätte St. Michaelis mit ein. Dazu wird im Michaelisboten sicherlich noch Spannendes zu berichten sein ……

Ulrike Dehning –  für das Umweltteam „Grüner Hahn“

Schlau, frei ,mutig und von Gott geliebt –  Martin Luther in der Kita

 


Unter diesem Motto fand eine Fortbildung für Erzieherinnen statt, an deren Ende ich (und alle anderen TeilnehmerInnen auch), zur Lutherbotschafterin ernannt wurde.
Hochmotiviert stürzte ich mich mit den zukünftigen Schulkindern auf das Thema Gerechtigkeit.
Fast alle Kinder konnten sofort sagen was sie ungerecht fanden:
– es ist ungerecht, wenn … mich immer „rein legt“,
– wenn einer vordrängelt,
– dass die Kinder früher nicht zur Schule gehen durften….
Erstaunlicherweise fiel es ihnen schwer zu sagen was Gerechtigkeit,  bzw. gerecht ist.

Währen der Projektwoche spielte ich mit den Kindern die Geschichte/das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg nach(Matthäus 20,1-15):Ein Mann sucht dringend Arbeiter, die ihm bei der Weinlese helfen. Die Trauben sollen noch an diesem Tag abgeerntet werden. Er bietet ihnen einen  Silbertaler zum Lohn. Am Mittag merkt er dass die Arbeiter nicht fertig werden und begibt sich abermals auf die Suche nach Arbeitern. Später merkt er dass auch diese Arbeiter nicht reichen und stellt weitere Arbeiter ein…
Am Abend sind die Trauben gelesen und der Weinbergbesitzer gab jedem der Arbeiter seinen Lohn: Einen Silbertaler. Die Arbeiter, die schon morgens eingestellt wurden, beschwerten sich und fanden es ungerecht, dass sie den gleichen Lohn erhielten wie die anderen Arbeiter, obwohl diese doch nur wenige Stunden gearbeitet hatten, während sie sich schon seit dem frühen morgen abgerackert hatten.
Der Weinbergbesitzer antwortete ihnen. Ein Silbertaler war abgemacht und den habt ihr bekommen.
Ich tue Euch nicht unrecht: Nehmt was euer ist und geht!
Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie euch. Denn ich brauchte seine Hilfe genauso wie Eure. Ich finde das gerecht! (Frei nach der Übersetzung von Martin Luther)
Im Gegensatz zu den Arbeitern protestierten die Kinder hier nicht darüber, dass alle den gleichen Lohn erhielten- egal ob sie morgens, mittags oder erst am Abend mit der Arbeit anfingen! Im Gegenteil: Sie freuten sich über ihr „verdientes“ Geld.
Zunächst war ich sehr erstaunt darüber. Ich fragte mich, ob das Thema Gerechtigkeit zu abstrakt ist für 5-6 jährige Kinder. Dachte,vielleicht können sie sich unter dem Wert des Geldes nichts vorstellen.
Ich hatte mich also gefühlsmäßig mit den ersten Arbeitern im Weinberg identifiziert, während die Kinder ganz ihrem Bauchgefühl folgten und genau wie Jesus die Arbeit jedes einzelnen schätzten.
Was ist also gerecht – was ungerecht?
Was denken Sie?
Im Verlauf dieser Woche ging es auch darum, dass Martin Luther es ungerecht fand, dass nur die Gelehrten die (auf Latein geschriebene) Bibel lesen konnten. Er übersetzte nicht nur die Bibel ins Deutsche, er setzte sich auch dafür ein, dass jeder Mann, jede Frau und jedes Kind lesen und schreiben lernen dürfen.
Wir probierten wie es ist wie Martin mit einer echten Feder und Tinte zu schreiben und erfuhren, wie schwer es ist diese Tinte von den Fingern zu bekommen. Wir sangen ein Lied übers Teilen und malten und diskutierten.
Am Ende stellten wir fest, wie schwer es ist gerecht zu sein, obwohl jeder  gerecht behandelt werden möchte.

Marion Sauer

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

Beeren
Ein Kind möchte Johannisbeeren pflücken.
„Aber erst wenn die Johannisbeeren  rot sind“
sagt eine Erzieherin. „ Dann sind es doch Erdbeeren“ antwortet das Kind.

Mit der Igelgruppe dem Müll auf der Spur

Bei einem unserer Spaziergänge zum Spielplatz in Bienenbüttel entdeckten unsere Kinder Müll. Einwegfalschen, Verpackungen oder auch Dosen am Wegesrand, die oftmals achtlos ins Gebüsch geworfen wurden.
Auf die Frage „Warum liegt das dort?“ und „Was ist Müll?“ wurde aus der Neugier der Kinder unser neues Thema.
Wir sprachen über Nachhaltigkeit und versuchten herauszufinden: Was kann ich noch einmal benutzen?
So wurden aus Joghurtbechern plötzlich Blumentöpfe, die vorher von den Kindern bemalt worden waren.
In den Blumentöpfen hatten die Kinder Blumensamen gesät, die nun in vielen verschieden Farben blühen.
Das spannendste Thema für die Kinder war das Müllsammeln und sortieren.
Unsere Kinder hatten alle Hände voll zu tun: mit Zangen, Handschuhen und Müllsäcken zogen unsere Kinder durch Bienenbüttel, um Müll zu sammeln.
Auch in der Waldwoche haben unsere Kinder fleißig gesammelt und auf der ersten Tour haben die Kinder 3 Müllsäcke gefüllt.
Die Kinder waren hochmotiviert und fast schon enttäuscht, wenn sie mal keinen Müll gefunden haben.
Nach jeder Runde Müllsammeln und dem Blick auf ihre vollen Säcke waren die Kinder zu Recht sehr stolz auf sich.
Noch immer fragen Kinder, wenn sie beim Spaziergang Müll entdecken: „Wer macht so was?“
Denn die Kinder möchten ohne Müll am Wegesrand spazieren gehen.
Einige der Kinder bringen nun weniger Müll in ihren Brotdosen mit (z.B kein Brot in Alufolie gewickelt).

Den Kindern ist der Umgang mit der Natur bewusster geworden und sie lernten die Natur wert zu schätzen. „Wir möchten nicht im Müll leben!“, sagte ein Kind.

Ann Kathrin Liersch

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

Der Mückenstich
Ein Kind zeigt auf einen Mückenstich und fragt: “Was ist das? “Eine Erzieherin antwortet: „Ein Mückenstich“ Darauf das Kind:“ Ich wurde gemückt.“

Bericht aus dem Kirchenvorstand

Güte in den Worten erzeugt Vertrauen
Güte beim Denken erzeugt Tiefe
Güte beim Spenden erzeugt Liebe
– Laotse 6 JHv. Chr.

Liebe Kirchengemeinde,

im April dieses Jahres fand die Mitgliederversammlung unseres Förderkreises statt. Der Kirchenvorstand war durch Pastor Jürgen Bade und Frank Schmolk als Mitglied des Kirchenvorstandes vertreten. Die Versammlung war für den Förderkreis und uns recht wichtig. Zum einen sollte der erste Vorsitzende Christopher Tieding verabschiedet werden und ein neuer Vorsitzender gewählt werden, zum anderen hatten wir viele Anträge gestellt, die zur Entscheidung anstanden. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei Christopher Tieding für die gute Zusammenarbeit herzlich bedanken und wünschen Ihm für seine Zukunft alles Gute. Zugleich begrüßten wir den neuen Vorsitzenden, Dieter Dehning,  und wünschen Ihm eine glückliche Hand für die Arbeit im Förderkreis, der für uns so wichtig geworden ist. In Zeiten wo viel gemacht werden muss und die Kassen leer sind, ist eine Unterstützung durch den Förderverein und natürlich seine Mitglieder wertvoll.
Nach den Wahlen standen unsere Anträge auf der Tagesordnung, diese beliefen sich zusammen auf fast 11.000,- € und wurden nach einer Vorstellung und Erläuterung  in einzelnen Abstimmungen alle genehmigt. So dürfen wir uns freuen, ein neues Altarkreuz, neue Sitz-und Bankauflagen, die Spendentafeln und einen neuen Altarteppich für die Kirche durch Ihre Unterstützung anschaffen zu können. Weitere Anträge auf Anschaffungen wurden ebenfalls durch die Mitgliederversammlung genehmigt: Einen Kühlschrank für das Gemeindehaus  und einen Rasenmäher für den Außenbereich. An dieser Stelle noch mal einen herzlichen Dank an alle, die dieses möglich gemacht haben, insbesondere an den gesamten Vorstand des Förderkreises.
Am Ende stelilte Pastor Jürgen Bade noch das zukünftige Projekt, das uns allen noch einmal viel abverlangen wird. Wir werden in den nächsten Jahren die Renovierung unserer Orgel planen und durchführen. Über das Projekt und weitere Planungen und einer Kostenaufstellung werden wir in den nächsten Ausgaben des Michaelisboten berichten.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommer

Ihr Kirchenvorstand

©Foto – Ulrich Niehoff

©Foto – Ulrich Niehoff

©Foto – Ulrich Niehoff

Urlaub ist Auszeit vom Alltag

Sieseby,Schlei, Schleswig Holstein, Norddeutschland, Deutschland

Urlaub ist die Auszeit vom Alltag. Jetzt in der Sommerzeit ist für viele Urlaubszeit, oftmals hoch besetzt als „schönste Zeit des Jahres“ und mit entsprechendem Erwartungsdruck behaftet. Endlich mal dem Alltagsstress entfliehen, Zeit haben für die Dinge, die sonst zu kurz kommen: die schönen Seiten des Lebens genießen, in der Ferne Neues entdecken, Besichtigen am Urlaubsort, in der Nähe die übersehenen Schönheiten wahrnehmen, ausschlafen, faulenzen, Freunde treffen, Unternehmungen mit der Familie. Es gibt so viele Wünsche und Erwartungen, dass das Ganze schon wieder in Stress ausarten kann, wo doch eigentlich Entspannung dran sein sollte.
Urlaub und Ferien wie sie heute selbstverständlich sind, sind menschliche Regelungen, hart erkämpft. Der Kern jedoch, der Rhythmus von Arbeit und Ruhe, ist fest in Gottes Schöpfung verankert: „Und so vollendete Gott am 7. Tag seine Werke, die er machte, und ruhte am 7. Tag von allen seinen Werken, die er gemacht hat. Und er segnete den 7. Tag und heiligte ihn, weil Gott an ihm ruht von allen seinen Werken, die er geschaffen hat.“ (1.Buch Mose 2,2-3) Ohne diesen besonders gewichteten und geschützten 7. Ruhetag wäre die Welt unvollständig. So können Sie auch die Urlaubszeit in den Zusammenhang der Schöpfung stellen und als Geschenk Gottes verstehen. Zeit, die Ihnen geschenkt ist, um unbelastet von alltäglichen Pflichten den eigenen Platz in der Welt neu in den Blick zu nehmen.
Ob auf Reisen, in der Begegnung mit anderen Ländern, ob im heimatlichen Garten oder auf dem Balkon, auf Radtouren und Wanderungen, bei Städtetouren, z.B. die Lutherstadt Wittenberg, am Badesee … – Sie können überall Orte und Inseln finden, die Seele baumeln zu lassen und neu in Kontakt kommen mit sich selbst, ihren Mitmenschen, mit der Schöpfung und ihren Geschöpfen und mit Gott (übrigens: auch am Urlaubsort gibt es schöne Kirche mit Gottesdienste, die der Seele gut tun und den Horizont weit machen).

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine schöne, gesegnete, erholsame und anregende Sommer- und Urlaubszeit.

Ihr Pastor Jürgen Bade

 

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

Feiertag

„Ich weiß welcher Feiertag morgen ist.
Nämlich Gottesfahrt“