Monatsarchive: November 2015

Und plötzlich ist Advent…

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©ulrich niehoff

Im nächtlichen Wald verliert sich das Licht der Scheinwerfer, während LKWs und Autos auf der B4 zu waghalsigen Überholmanövern im Berufsverkehr ansetzen. Im Radio laufen die Nachrichten – das macht die Autofahrt in diesen Zeiten auch nicht entspannter. Als ich in Richtung Bienenbüttel abbiege liegt ein heller Schein über dem Ort. Die frisch renovierte Bahnhofsstraße ist bereits von den Lichtern der Weihnachtssterne und der Lichtbögen hell erleuchtet. Ich bin jedes Jahr aufs Neue überrascht, wie plötzlich die Adventszeit vor der Tür steht. Bunte Sterne, Weihnachtsmänner, Rentiere und Engel leuchten nun bereits aus Gärten und Fenstern der Bienenbütteler Häuser. Endlich kann man ruhigen Gewissens Lebkuchen und Dominosteine kaufen und sie beim nachmittäglichen Kaffee und Tee genießen, während draußen spätherbstliches Wetter tobt.

Immer wieder habe ich das Gefühl, dass sich die Vorfreude auf das Weihnachtsfest regelrecht explosionsartig seinen Weg in die Welt sucht. Oder ist es doch nur durch Weihnachtsromantik verordnete Freude, die Streit und Trauer ins Verborgene drängen will? Gerne wird Weihnachten und dem Advent vorgeworfen, dass sich nun wieder alle lieb haben müssen – dass ein Scheinfrieden herrsche. Wenigstens am Heiligen Abend solle sich doch keiner streiten und sobald das Fest vorüber ist, würden die zurückgehaltenen Zwistigkeiten wieder aufbrechen.

Aber vielleicht ist gerade das Weihnachten. Jesu Geburt war nicht der Beginn des weltumfassenden Friedens und als er in die Welt kam, herrschten Unterdrückung, Krieg und Verfolgung. Daran hat sich leider in der Welt auch wenig geändert. Das ist bereits nach der ersten Meldung der Radionachrichten offensichtlich. Aber trotzdem schickte Gott seinen Sohn in die Welt. Trotzdem berührten sich mit Jesu Geburt Himmel und Erde. In eine Zeit der Unsicherheit und des Leides brachte die Geburt Jesu Licht in die Welt, um Gottes Wort zu den Menschen zu bringen, um seelische und körperliche Wunden zu heilen, um die Welt zu einem gerechteren Ort zu machen und um in Zeiten des Leides Trost zu spenden. Weihnachten ist auch die Hoffnung, dass dieser himmlische Frieden, der mit Jesu Geburt in die Welt gekommen ist, uns ansteckt und uns ein Miteinander in dieser göttlichen Liebe schenkt.

Für mich ist Advent und Weihnachten gerade dieses „Trotzdem“. Obwohl nicht immer Frieden in der Familie herrscht – wohl fast jeder könnte dazu eine Geschichte erzählen – und obwohl die aktuelle Nachrichtenlage entsetzlich ist und traurig macht, trotzdem kommen die Menschen am Fest zusammen und reden miteinander, lachen, feiern Weihnachten. Es bilden sich Initiativen, die anderen in dieser Zeit helfen. Menschen öffnen ihre Türen und teilen die adventliche Vorfreude. Man begegnet sich bei Advents- und Weihnachtsfeiern abseits von Arbeit und Vereinssitzungen. Ein Lichtblick in sonst finsteren Zeiten.

Es grüßt Sie

Vikar Tobias Heyden

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©ulrich niehoff

Lüneburger Shanty-Chor – Maritimes Konzert

Am Freitag, den 11. Dezember um 19 Uhr spielt der Lüneburger Shanty-Chor in der St. Michaeliskirche Bienenbüttel.
Als einer der bekanntesten Chöre der Hansestadt sind die „blauen Jungs“ seit vielen Jahren als Botschafter Lüneburgs auf vielen Großveranstaltungen wie dem Hamburger Hafengeburtstag oder bei Shanty-Chortreffen dabei.
Fast dreißig Sänger und Musikanten gehören zum Lüneburger Shanty-Chor. Dabei ist aber auch Rosemarie Krüger aus Bienenbüttel, die die Jungs mit ihrem Akkordeon musikalisch unterstützt.
Gegründet wurde der Shanty-Chor 1976 anlässlich des jährlichen Stiftungsfestes des Augustus-Chores. Dieter Gedusch, Neu-Lüneburger und als gebürtiger Ostfriese ein Kind der Waterkant, hatte die Männer von zwei gemischten Chören um sich versammelt und mit ihnen einige Shantys eingeübt. Aus diesem zunächst einmaligen Auftritt entwickelte sich ein Chor, der heute aus dem musikalischen Leben der Hansestadt nicht mehr wegzudenken ist. Auch im Rundfunk und Fernsehen waren die Lüneburger Musiker vielfach zu hören.

Vom Apfel zum Apfelsaft

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Vom Apfel zum Apfelsaft, so hieß das 1. Schulkind Projekt in diesem Jahr. Für die zukünftigen 34 Schulkinder in der Kindertagesstätte St. Michaelis gab es zwei Projektwochen in denen es viel über den Apfel zu erfahren gab. Es wurden Äpfel probiert, die mal süß und mal ziemlich sauer schmeckten. Sie wurden befühlt, untersucht und genau betrachtet. Wer findet einen Stern im Apfel? Es wurde ein Apfelbuch erstellt, das die Kinder in ihr Portfolio heften konnten. Die Kinder durften mit einer Handsaftpresse selber Apfelsaft herstellen. Hierfür wurden im Garten Äpfel gesammelt, dann gewaschen, klein geschnitten und dann mit der Handsaftpresse zu Apfelsaft gepresst. Es war gar nicht so einfach die Presse zu drehen und einen Schluck Apfelsaft zu bekommen. Daher stellte sich die Frage: Wie geht das in einer „Apfelsaftfabrik“?
So fuhren wir am nächsten Tag mit unseren Äpfeln und dem Bus zum Obsthof Barum. Dort konnten wir erleben wie aus unseren Äpfeln mit Maschinen Apfelsaft gepresst wurde. Der gepresste Saft wurde erwärmt, abgefüllt und in Pappboxen verpackt. Der frisch gepresste Saft durfte gleich probiert werden.  Voller Stolz wurden die Pappboxen in den Bus geladen, der uns wieder zur Kindertagestätte brachte. Die zukünftigen Schulkinder waren sich einig: „Das war eine tolle Projektwoche!“

Christiane Hoppe

Bericht aus dem Kirchenvorstand

Ein weiteres Jahr in unserer 6-jährigen Amtszeit im Kirchenvorstand geht zu Ende. Wir sind noch alle an Bord und mit Elan bei der Sache. Wir haben viel bewegt und aus manchem Fehler gelernt.  Zum Jahresende gibt es eine kleine einmalige Änderung, die den Michaelis-Boten betrifft. Entgegen der üblichen Regel, dass dieser Bote von Dez. – März geht,  verkürzen wir auf Dez. – Feb 2016. Der Grund dafür ist, das Ostern im nächsten Jahr schon im März ist und wir nicht die beiden höchsten Kirchenfeiertage in einer Ausgabe bringen möchten. Ansonsten möchten wir nun noch zwei herzlich herzliche Einladungen an unsere Gemeindeglieder aussprechen.

Einladung zum Weihnachtskonzert
Am 1. Advent  Sonntag  29. Nov. 2015 findet unser jährliches Weihnachtskonzert um 17.00 Uhr in unserer Kirche statt. Ausführende sind der Blockflötenkreis Michaelis und der Kreis der Blockflötenschüler, der Chor, der seinen Namen noch sucht, Michaelis Brass (unser Posaunenchor), der Gitarrenkreis und Michael Fritz an der Orgel. Wir würden uns freuen, Sie zu begrüßen und mit Ihnen das erste Fenster zum lebendigen Adventskalender öffnen können. Der Eintritt ist frei, eine Teilnahme am Mitsingen ist erwünscht aber keine Pflicht.

Einladung zum Neujahrsempfang 2016 und Verabschiedung von Vikar Tobias Heyden
Am Sonntag, den 10. Januar 2016 möchten wir mit allen Ehrenamtlichen und den Gemeindemitgliedern um 10 Uhr einen Gottesdienst feiern und anschließend im Gemeindehaus einen gemütlichen Vormittag bei Speis und Trank verbringen. Dies soll ein Dankeschön an alle sein, die uns mit Tatkraft und finanziell unterstützen. Wir hoffen, dass möglichst viele kommen, da dies eine gute Gelegenheit ist, mal ins Gespräch zu kommen und Anregungen und Kritik  an uns heranzutragen. Für Unterhaltung und Musik ist dann sicher auch noch Zeit.
Wir freuen uns auf Sie und hoffen möglichst viele an diesen beiden Tagen begrüßen zu können. Erinnern wollen wir noch an die „Zeit der Winterkirche“  vom 17. Jan. 2016 bis 25. März 2016 hier findet der Gottesdienst im Gemeindehaus zu den üblichen Zeiten statt. Wir wünschen Ihnen eine schöne und besinnliche Weihnachtzeit und bedanken uns für Ihr Vertrauen und Ihre Mitarbeit in unserer Kirchengemeinde.

Ihr Kirchenvorstand
Rita Zaja, Marianne Brunhöber, Conny Basse, Petra Stefan-Gritsch, Christine Oehlmann, Thomas Weigelt, Frank Schmolke und Pastor Jürgen Bade

Weihnachtskonzert am 1. Advent

Am 29.November um 17.00 Uhr in der St.Michaelis Kirche.
Musik vom Flöten-Chor, dem Chor und Michaelis Brass.

Eintritt ist frei

Texte über den Glauben – Eine Reihe über den Glauben in 6 Ausgaben im Michaelisboten (3.Artikel)

 

Glaube kann Berge versetzen.

„Glaube kann Berge versetzen“ – das ist die Kurzform eines Jesuswortes. Und wenn es heute zitiert wird, dann eher mit einem skeptischen, vielleicht sogar resignierten Unterton. So, als wäre dies ein Wort aus uralten Zeiten, und diese Zeit nun endgültig vorbei. Dabei stehen in jedem Dorf und in jeder Stadt nachdrückliche Beweise für die Wahrheit dieses Wortes: Unsere Kirchen, diese ungeheuren Berge aus Stein. Aus Glauben wurden sie zum Teil vor vielen Hundert Jahren errichtet, eine Bauleistung von Menschen, die in Hütten wohnten, über die ich bis heute staune.
Und ich selbst? Nein, ich habe mit meinem Glauben noch keinen Berg versetzt, auch wenn ich vor dem Berg gestanden habe, an dem Jesus dieses vermutlich gesagt hat. Dort konnte ich sehen, dass vom Lustschloss des Herodes auf seinem Gipfel keine Spur mehr vorhanden war, die Spuren Jesu aber überall zu sehen sind. Nein, Berge habe ich mit meinem Glauben nicht versetzt. Aber ab und zu habe ich erlebt und erlebe es auch immer wieder, wie Glaube die Herzen der Menschen verändert und dazu beiträgt, dass Leben gelingt, Trost und Hilfe gespendet wird und Menschen gestärkt ihr Leben führen können. Und das war schon sehr beeindruckend und großartig, finden Sie nicht auch?

Pastor Jürgen Bade