Monatsarchive: Februar 2018

Siehe, das ist das Lamm Gottes!


Vor einiger Zeit entdeckte ich während des Stöberns in einer Buchhandlung einige Bücher über Bastelbücher zu Ostern. Ich war neugierig, was die Verlage unter „Osterbasteleien“ verstanden.
Die Hefte enthielten Scherenschnitte und Anleitungen für bunte Fensterbilder. Auffällig war, dass sie beinahe ausschließlich Eier und Hasen in verschiedenen Größen und Mustern enthielten. Nur ganz vereinzelt fanden sich christliche Symbole; interessanterweise dann aber umso deutlicher gezeichnet. So zeigte eine Vorlage für ein Fensterbild die Darstellung eines Lammes und einer Kirche. Zu diesem Artikel ist auch ein Osterei abgebildet, also der Gegenstand, den wir vermutlich am ehesten mit dem Osterfest verbinden. Doch genau genommen hat das Osterei erst einmal gar nichts mit dem christlichen Fest zu tun. Das Ei ist ein altes germanisches Fruchtbarkeitssymbol, denn in einem Ei befindet sich die Keimzelle neuen Lebens. Das Osterei ist aufwendig gestaltet. Der Künstler hat ein christliches Motiv für sein Osterei gewählt. Das Lamm. In der Bibel und in der christlichen Tradition wird das Lamm als Symbol für Christus verwendet. So sagt Johannes der Täufer im Johannesevangelium in Kapitel 1, Vers 29: „Siehe, das ist Gottes Lamm“ und während der Feier des Abendmahles singen wir: „Christe, du Lamm Gottes, erbarm dich unser“. Das Lamm auf dem Osterei schaut mit erhobenem Kopf und triumphierendem Blick den Stab mit einer Fahne an, den es in seinem Vorderlauf hält. Es ist ein Siegeszeichen und erinnert an die Heereszeichen, die früher siegreiche Armeen vor sich hergetragen haben. Aber im Vorderlauf des Lammes ist es von friedlicher Natur, zeigt aber auch einen Sieg an – den wichtigsten überhaupt. Wenn man genau hinsieht erkennt man, dass das Siegeszeichen ein Kreuz zeigt.
Das Kreuz von Karfreitag bleibt erhalten, es wird nicht verharmlost und verliert auch seinen Schrecken als Todesinstrument nicht. Durch die Fahne aber, und weil sie im Vorderlauf des Lammes gehalten wird, bekommt es eine neue Bedeutung, die des Siegeszeichens über den Tod. Standen an Karfreitag noch Tod, Scheitern und Ende im Mittelpunkt, so macht Gott an Ostern einen neuen Anfang. Durch Jesu Auferstehung haben wir Hoffnung in und für unser Leben und auch dann noch, wenn unser Leben einmal zu Ende sein wird. Denn an Ostern wurde der Sieg über den Tod errungen. An Ostern können wir den Neuanfang feiern, den Christus uns ermöglicht hat. Das Osterei kann uns ein Zeichen dafür sein. Und das rechte farbige Glasbild in unserer St. Michaeliskirche mit dem Lamm und dem Siegeszeichen pflanzt mir die Hoffnung ins Herz gegen die Bilder des Todes. Am Ende ist die Liebe stärker als der Tod. Jesus lebt, und wir sollen auch leben.
Das feiern wir Ostern. Daher fröhliche Ostern

Ihr Pastor Jürgen Bade

Gottes Schöpfung ist sehr gut! Zum Weltgebetstag 2018 aus Surinam

Der Weltgebetstag ist eine weltweite Basisbewegung christlicher Frauen. Jedes Jahr, immer am ersten Freitag im März, feiern Menschen  den Weltgebetstag (WGT). Der Gottesdienst wird jährlich von Frauen aus einem anderen Land vorbereitet. Diese Frauen sind Mitglieder in unterschiedlichen christlichen Kirchen. Auch in unzähligen Gemeinden in ganz Deutschland organisieren und gestalten Frauen und Mädchen  in konfessionsverbindenden Gruppen den Weltgebetstag. Weltgebetstag – das ist gelebte Ökumene . Für das Jahr 2018 wurde der Gottesdienst von Frauen aus Surinam vorbereitet.

Surinam, wo liegt das denn? Das kleinste Land Südamerikas ist so selten in den Schlagzeilen, dass viele Menschen nicht einmal wissen, auf welchem Kontinent es sich befindet. Doch es lohnt sich, Surinam zu entdecken: Auf einer Fläche weniger als halb so groß wie Deutschland vereint das Land afrikanische und niederländische, kreolische und indische, chinesische und javanische Einflüsse. Der Weltgebetstag am 2. März 2018 bietet Gelegenheit, Surinam und seine Bevölkerung näher kennenzulernen. „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“ heißt die Liturgie surinamischer Christinnen, zu der Frauen in über 100 Ländern weltweit Gottesdienste vorbereiten. Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche – alle sind herzlich eingeladen!

Zum 8.Mal bereiten wir, eine Gruppe Frauen der Kirchengemeinden Altenmedingen, Wichmannsburg und Bienenbüttel, gemeinsam den Gottesdienst zum Weltgebetstag und das im Anschluss stattfindende Beisammensein mit traditionellen Speisen und vielen Informationen über das Land ,vor. Den WGT feiern wir abwechselnd in einer der drei Gemeinden

Herzlich einladen möchten wir schon heute alle zum Weltgebetstag am Freitag, den 2. März 2018 um 19:00 Uhr  der  in der Wichmannsburger  St. Georgskirche  stattfinden wird.

Haben Sie Lust den gemeinsamen Abend mit vorzubereiten, dann melden sie sich bitte in einem der Kirchenbüros.

Bienenbüttel Tel.: 05823/379

Wichmannsburg: Tel.:058923/1732

Altenmedingen(freitags) : 05807-979724

Herzliche Grüße 

Ihr WGT-Team

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

Übernachtungsangebot
„Herr Metzler, du darfst bei mir übernachten!“
Der fragt Warum.
„Na du hast doch da im Büro kein Bett.“

„Luther ist Vergangengeit, Antisemitismus ist Gegenwart“

2017 war das große Lutherjahr. 500 Jahre war es nun her, dass der große Reformer seine 95 Thesen an das Tor der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Ein Akt, der als Weckruf an die Kirche gedacht war, als Anprangerung ihrer zahlreichen Missstände. In letzter Konsequenz führte er zur Spaltung der Kirche und ließ das entstehen, was wir heute als Evangelische Kirche kennen. Der Tag des Thesenanschlags wurde im Nachhinein als der 31.10. benannt. Seit der Wiedervereinigung ist der Reformationstag ein Feiertag in den Neuen Bundesländern. 2018 ist das erste Jahr, in dem der Reformationstag nun auch in Niedersachsen als gesetzlicher Feiertag begangen wird. (2017 war dies im Rahmen einer bundesweiten Ausnahmeregelung geschehen) Schön, möchte man denken, ein freier Tag mehr im Jahr, das müsste doch Allen gefallen. Oder? Leider ist es nicht so einfach, wie man denken könnte. Denn in manchen Teilen unserer Gesellschaft ist Martin Luther eben nicht der große Reformator, der die Bibel übersetzte und (bei Weitem nicht nur) den Deutschen die Gnade Gottes brachte. In manchen Teilen unserer Gesellschaft ist es Luther, der Antisemit. So übte derJüdische Landesverband Niedersachsen massive Kritik an der Wahl des 31.10 zum gesetzlichen Feiertag. Denn tatsächlich war Luther faktisch nachweisbar ein Judenhasser, der forderte, sämtliche nicht „missionierbare“ Juden des Landes zu verweisen – und Schlimmeres. Er ging so weit, dass seine Schriften später sogar als Verweis in der nationalsozialistischen Ideologie missbraucht wurden. Gerade in der heutigen Zeit, in der antisemitische Ressentiments wieder in einem beängstigenden Maß aufflammen, viele Juden auf der Straße Angst haben, sich zu ihrer Religion zu bekennen, sehen viele von ihnen den Reformationstag als falsches Signal: „Luther ist Vergangenheit, Antisemitismus ist Gegenwart“, so der Vorsitzende des jüdischen Landesverbandes Niedersachsen. Auch die Katholische Kirche Niedersachsen kritisiert die Wahl des Feiertags, wenn auch aus anderen Gründen. Ein Tag zur Feier der Reformation sei ein Tag der Spaltung und der konfessionellen Trennung. Ein besserer Anlass zum Feiertag, so sind sich beide einig, wäre der Buß- und Bettag am XXX oder der Tag der Weißen Rose am 30.1. als Tag des interreligiösen und konfessionellen Austausches. Doch schmälern all diese Einwände, so berechtigt sie auch sein mögen, wirklich Luthers Person und sein Lebenswerk? Aus unserer heutigen Perspektive (gerade der deutschen) ist Judenhass, generell Hass auf jedwede andere Religion etwas so unnachvollziehbares wie verurteilenswertes.
Die Evangelische Kirche Deutschland positioniert sich hier in aller Klarheit: „Antisemitismus ist Gotteslästerung!“ Und muss nicht Luther doch aus einer anderen Perspektive bewertet werden? Aus der seiner Zeit, zu der Antisemitismus etwas so gewöhnliches wie unhinterfragtes war und religiöse Toleranz ein Begriff, der gerade erst zu formen sich im Begriff war? Und schließlich, selbst wenn man zu dem Schluss käme, dass Luthers persönliche Ansichten unerheblich sind: Wäre nicht ein Tag, welcher alle Religionen und Konfessionen berücksichtigt, der bessere Feiertag? Und ist es überhaupt sinnvoll, einen kirchlichen Feiertag zu einem gesetzlichen zu machen, in einem Land, in dem basierend auf all den Negativerfahrungen der letzten Jahrhunderte, eigentlich die strikte Trennung von Staat und Kirche vorgesehen ist? Was meinen Sie?

Viele Grüße Jimi Puttins Kirchenvorstand

Die Geschichte vom Nikolaus


Am 1. Dezember war es wieder so weit: Adventsandacht der Kita in der St. Michaelis Kirche. Diesmal stand der Nikolaus im Mittelpunkt. Es wurden in kurzen Anspielen zwei Episoden aus dem Leben von Nikolaus dargestellt. Zum einen die Geschichte des Vaters mit den drei Mädchen, die so wenig Geld hatten, dass der Vater überlegte, die Mädchen zu verkaufen. Dort brachte Nikolaus über Nacht drei Goldsäckchen. Die legte er aber nicht in die Schuhe, wie der Nikolaus es heute bei den Kindern macht, sondern warf sie durch das Fenster. In der Kirche hieß das, es fielen drei Goldsäckchen von der Empore direkt vor die Füße der armen Familie, und die Überraschung aller Anwesenden war sehr groß. Und zum anderen die Geschichte der Schiffe im Hafen, von denen Nikolaus Getreide für die Menschen in Myra erbat und auch bekam. Trotzdem kamen die Schiffe vollgeladen in ihrem Bestimmungshafen an. Gottes Wunder sind oft unerklärlich. Zum Schluss erschien dann der Nikolaus auch in seinem Gewand. Für alle großen und kleinen Besucher gab es zum Abschluss am Ausgang noch ein Schokoladengoldstück mit auf den Weg in die Adventszeit.

Heiko Metzler

Ehrenamtliche gesucht

Die St. Michaelis Kirchengemeinde sucht Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Haben Sie etwas Zeit übrig, suchen Sie im Ruhestand nach einer sinnvollen Beschäftigung oder haben Sie Gaben und Fähigkeiten, die Sie gerne anderen zur Verfügung stellen wollen, so melden Sie sich im Gemeindebüro oder bei Pastor Bade unter Tel 05823-379 oder kg.bienenbuettel@evlka.de.
Gemeinsam können wir dann besprechen, was Sie gerne machen möchten und wo mögliche Betätigungsfelder für Sie liegen könnten.
Aufwendungen oder Fahrtkosten werden selbstverständlich erstattet.