Monatsarchive: Juni 2019

„Ich sehe was, was du nicht siehst…“

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist…!“ So schallt es durch das Auto. Irgendwie müssen sich die Kinder ja die Zeit vertreiben – das lange Warten bis das Ziel endlich erreicht ist. Die Vorfreude hatte sich ja schon so lange aufgebaut. Urlaub, Strand oder Berge, etwas anderes sehen, Zeit für Familie oder Freunde oder einfach nur für sich selbst. Die Zeit bis dahin kann gar nicht schnell genug vorübergehen. Sehnsuchtsvoll erwartet, hoffnungsvoll herbeigesehnt, erwartungsvoll erhofft. 

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist ein kleiner verborgener Traum.“ Urlaub das ist hoffentlich auch ein wenig kleine Erfüllung unserer Wünsche. Ein Ziel, das auf uns wartet. Zeit, die wir uns gönnen. Gemeinsame Stunden für die bislang nicht genug Platz war. Hoffentlich ein kleiner Vorgeschmack auf die Sehnsüchte, die uns treiben, die uns begleiten, die uns Kraft schenken. Ein kleines bisschen Paradies auf Erden – das sollte es sein. Zeit, in der wir Gottes Liebe und Fürsorge und seine Weite spüren dürfen. Gottes Liebe, die uns mit unseren Liebsten verbindet. Gottes Fürsorge, die uns Kraft schenkt neuen Herausforderungen zu begegnen. Gottes Weite, die uns die Augen öffnet für seine wunderbare Welt.

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das habe ich schon mal gesehen.“ So geht es mir in diesem Sommer. Nachdem ich von 2013 bis 2016 als Vikar in der St. Michaeliskirche war, freue ich mich nun sehr darüber als neuer Pastor zurückzukommen. In den letzten Jahren konnte ich aus der Nachbarschaft von Wichmannsburg und Altenmedingen aus immer wieder hinüberschauen. Durch meinen Weg zu meinen anderen beiden Gemeinden und durch die Fahrten zum Kindergarten hatte ich die St. Michaeliskirche immer in gutem Blick. Ich freue mich darauf viele bekannte Gesichter wiederzusehen und Neues zu entdecken, was sich über die Jahre verändert hat. Ich bin gespannt, wie sich die Zukunft gestalten wird, wenn die drei Gemeinden immer mehr zusammenwachsen werden. Ich freue mich darauf weiter in Altenmedingen und gemeinsam mit Pastorin Julia Koll in Wichmannsburg zu wirken.

Ich sehe was, was du hoffentlich auch siehst und das ist eine spannende Zukunft mit drei Gemeinden, die gemeinsam wachsen. Ich sehe drei Gemeinden, in denen Gottes Geist wirkt. Drei Gemeinden, die viel Platz für das Leben haben. Drei Gemeinden, in denen wir Gottes Liebe, seine Fürsorge und seine Weite spüren dürfen.

Ihr Pastor Tobias Heyden

Umweltmanagementsystem der Kirchengemeinde wurde am 3. Mai nach dem Grünen Hahn zertifiziert

Am 3. Mai kam eine Kirchliche Umweltrevisorin aus dem fernen Bayern angereist und hat das vom Umweltteam für die Kirchengemeinde entworfene Umweltmanagementsystem geprüft.  

 Auf Grundlage des Umweltberichtes 2019 und diverser Unterlagen sowie Begutachtungen vor Ort wurde die Zertifizierung nach dem Grünen Hahn der Ev.-luth. Kirche Hannover (www.kirche-umwelt.de) durch die Umweltrevisorin empfohlen. Das Zertifikat wurde direkt im Anschluss durch eine Vertreterin v. Haus der kirchlichen Dienste an den Umweltmanagementbeaufragten, Herrn Pastor Bade i.R., ausgehändigt.

Foto: Ch. Paul

v.l.  Carmen Ketterl (Kirchliche Umweltrevisorin), Christoph Paul (Gebäudemanager Kirchenkreisamt), Gabi Gust (Haus der kirchlichen Dienste), Jürgen Bade (Umweltmanagementbeauftragter), Jürgen Weixer, Ulrike Dehning, Dorothe Lütkemöller (Umweltteam) sowie Tobias Heyden (Pastor)

 Somit gehört die Kirchengemeinde Bienenbüttel zu den derzeit rd. 40 Kirchengemeinden, die auf Landeskirchenebene seit 2007 erfolgreich ein kirchliches Umweltmanagementsystem eingeführt haben. 

Darunter fallen im Kirchenkreis Uelzen bemerkenswerterweise 7 Kirchengemeinden sowie 3 Friedhöfe. 

Auch die pfarramtlich verbundenen Kirchengemeinden St. Georg in Wichmannsburg und St. Mauritius in Altenmedingen sind schon länger dabei.

„Das Umweltmanagementsystem ist nicht nur ein Beitrag für eine umweltgerechte Zukunft, sondern auch ein Schritt zu einer Kirchengemeinde mit Zukunft.“

Auf die immer wieder an das Umweltteam gestellte Frage: “Was bringt Umweltmanagement eigentlich für die Kirchengemeinde“ gibt es viele Antworten:

Das kirchliche Umweltmanagement ist eine erprobte Methode, vom Reden zum Handeln zu kommen und die Umweltbilanz von Gemeinden zu verbessern.

Auch Kirchengemeinden müssen einen Beitrag zum nachhaltigen Umwelt- und Klimaschutz leisten, Ressourcen schonen, Co2 einsparen, Verbräuche und somit Betriebskosten senken, Vorbild und Multiplikator sein, Biodiversität steigern, Sensibilisieren für Umweltthemen, Umweltbildung fördern, Gefahrstoffe minimieren, Arbeitssicherheit verbessern etc.

Letztendlich geht es bei allem kirchlichem Umweltengagement um die Kernaufgabe „Bewahrung der Schöpfung“.

Im oben genannten Umweltbericht erhält man einen Überblick über die Umweltkennzahlen der Kirchengemeinde (u.a. Angaben zu den Verbräuchen von Energie und Papier, dem Abfallaufkommen sowie zu den Themen Verkehr, Biologische Vielfalt und CO2 Emissionen).  Des Weiteren sind die Ziele in der Umweltarbeit für die nächsten 4 Jahre und Einzelmaßnahmen zur Umsetzung derselben in einem Umweltprogramm dargestellt. 

Der Umweltbericht wird in wesentlichen Teilen (Verbrauchsdaten, Umsetzungsstand) jährlich fortgeschrieben. Die Gemeindemitglieder werden darüber regelmäßig unterrichtet.

Im Jahr 2023 erfolgt eine erneute Überprüfung des Umweltmanagementsystems, wiederum durch einen externen Umweltrevisor. 

Der Umweltbericht 2019 ist im Kirchenbüro oder auf der Homepage der Kirchengemeinde einsehbar.

Pünktlich zur Zertifizierung haben Turmfalkenpaare die Nistangebote im Kirchturmbereich angenommen, unser Engagement für die Vogelwelt hat sich schon einmal gelohnt…

Ulrike Dehning
für das Umweltteam „Der Grüne Hahn“

 Das Umweltteam sucht Verstärkung 

Das Umweltprogramm für die nächsten 4 Jahre umfasst rd. 40 Maßnahmen, die in der Kirchengemeinde umgesetzt werden sollen. Ein umfangreiches Programm, was möglicherweise umweltinteressierte Gemeindemitglieder mit speziellen Kompetenzen, Motivationen und Fähigkeiten anspricht. 

Wir suchen weitere Mitstreiter, die sich mit uns auf den Weg machen. 

Wer Interesse hat und sich aktiv einbringen will, melde sich bitte bei Jürgen Bade per Email: juergen.bade@kirche-uelzen.de .

Mhlangana

Nein, diese Überschrift ist kein Druckfehler.

Seit 1989 besteht zwischen dem Kirchenkreis Uelzen und dem („schwarzen“) Kirchenkreis Ondini in Südafrika eine Partnerschaft. Begonnen in einer Zeit, zu der in Südafrika noch die Rassentrennung herrschte, hat diese Partnerschaft seither Bestand und füllt sich immer wieder mit Leben durch im zweijährigen Wechsel stattfindende Besuche der Partnerschaftsdelegationen. So hatten wir: Sigrid Grote, Daniel Bruns, Jimi Puttins, in diesem Jahr die Ehre, unsere Gemeinden als Mitglieder der Kirchenvorstände in Südafrika für zweieinhalb Wochen übers Osterfest zu vertreten.
Die St. Georgsgemeinde und die St. Michaelisgemeinde „teilen“ sich dort eine Partnergemeinde: „Mhlangana“. Hinter diesem Konsonantenmassaker verbirgt sich eine Aussprache ähnlich wie „Schlangana“, eine Gemeinde im Osten des Kirchenkreises Ondini, welche sich erneut in drei Kirchspiele unterteilt. Hermann-Georg Meyer, deutscher Leiter der Partnerschaft, sagte vor unserer Ankunft über die Gegend rund um Mhlangana, sie sei steinreich. Diese Bezeichnung stellt die Umgebung ziemlich gut dar, Steine, Staub und Sträucher prägen das Landschaftsbild; reich sind hier hingegen die Wenigsten, Armut und Perspektivlosigkeit stellen für viele Menschen (wie auch im Rest Südafrikas) ein großes Problem dar.

Untergebracht waren wir aber in Familien, auf welche dies nicht zutraf. Mpilo, unser erster Gastgeber, ist beispielsweise Ingenieur in der nahegelegenen Großstadt Durban, fährt Mercedes AMG und hat eine Regendusche in seinem Haus, während viele Südafrikaner weder über ein Auto noch fließend Wasser verfügen. (Allerdings ist Mpilo auch verglichen mit dem Lebensstandard der meisten anderen Gastgeber ein Extrembeispiel)

Mhlangana verfügt über zwei Kirchen, welche aber nur eingeschränkt nutzbar sind, weswegen wir das Osterfest in der örtlichen Grundschule begingen. Das Osterfest selbst bestand im Grunde aus einem großen Gottesdienst, welcher sich vom Nachmittag des Gründonnerstags bis in die frühen Morgenstunden des Ostersonntags erstreckte, geschlafen (oder eben auch nicht) wurde im Predigtsaal; die weniger hartgesottenen durften aber über Nacht auch nach Hause gehen.

In der Zeit außerhalb des Osterfestes wurden uns die Gegend rund um Mhlangana und die verschiedenen Kirchspiele gezeigt, wir kamen mit Menschen aus der Gemeinde in Kontakt und berichteten über Deutschland und unsere Gemeinden.

Die Zeit über, welche wir nicht in den Partnergemeinden verbrachten, waren wir mit den restlichen neun Delegierten unterwegs. Untergebracht waren wir hier in einem diakonischen Zentrum (in dem unter anderem die Oblaten produziert werden, die in unseren Gemeinden zum Abendmahl gereicht werden), von dem aus wir meist tageweise Ausflüge in die nähere oder auch nicht so nahe Umgebung machten. (Rekord waren sechs Stunden hin + sechs Stunden zurück, als wir die äußerst gelegene Gemeinde Ondinis besucht haben.)

Das südafrikanische Partnerschaftskomitee hatte aber weder Kosten noch Mühen gescheut, uns einen möglichst vielschichtigen Eindruck dieses wunderbaren Landes zu vermitteln. Zu den Tagesauflügen gehörten neben erwähnten Besuchen in verschiedenen Gemeinden eine Wandertour durch die Drakensberge, ein Konzert, ein Besuch in Durban und vieles mehr. Und natürlich kamen wir auch hier immer wieder mit Menschen aus den verschiedenen Teilen Ondinis zusammen.

Dieser Bericht stellt nur einen kleinen Abriss dessen dar, was wir in Südafrika erlebt haben. Falls Interesse daran haben, mehr über diese Reise und vor Allem über unsere Partnergemeinde zu erfahren, laden wir sie herzlich zu dem Vortrag ein, welchen wir in naher Zukunft hierüber halten werden. Termin und Örtlichkeit werden wir rechtzeitig bekannt geben. Wir freuen uns auf Sie!

Jimi Puttins