Kindertagesstätte

50 Jahre Kindertagesstätte St. Michaelis

Mit dem festlichen gemeinsamen Einzug von Kirchenvorstand und KiTa-Team begann am 15. Oktober 2017, einem goldenen Oktobertag, der Gottesdienst zum 50. Geburtstag der St. Michaelis Kindertagesstätte.
Anfang Oktober 1967 öffnete der Kindergarten, im heutigen Pfarrhaus, seine Pforten.
Dieses Jubiläum feierten nun Kinder, Eltern und Kollegen unter aktiver Mithilfe des Kirchenvorstandes.
Gestaltet von Pastor Bade und I. Schulze-Iweleit vom KiTa-Team, kamen bei diesem Festgottesdienst auch Vertreter des Ev. Kita-Verbandes, die politische Gemeinde, die Bürgerstiftung, der Kirchenvorstand und die KiTa-Leitung zu Wort. Zum Abschluß des Gottesdienstes zogen die jetzigen Kindergartenkinder in die Kirche ein. Sie sangen gemeinsam mit dem KiTa-Team: „Einfach spitze, dass du da bist, komm wir loben Gott den Herrn“.
Dann ging das Mitmachfest so richtig los!
Bunte Ballons stiegen in die Luft, riesige Seifenblasen entstanden und zerplatzten, Kinder sprangen vergnügt in der Hüpfburg, Eltern saßen auf der Gemeindewiese und genossen den Sonnenschein bei einer Tasse Kaffee, um sich gleich danach beim Schubkarrenrennen zu messen.
Jeder konnte alte Kinderspiele wie Gummitwist, Hüpfekästchen oder Dosenwerfen ausprobieren. Schallplattenmusik lud zum Mitsingen und Mitwippen ein, die Musikauswahl war jedoch nicht jedermanns Sache.
Diese Aktionen ließen ehemalige Kindergarten-Kinder in Erinnerungen schwelgen. Man konnte sich in einem Gruppenraum alte Fotos ansehen, altes Kita-Mobiliar und alte Tisch- und Brettspiele ausprobieren.
Im Garten der jetzigen Kindertagesstätte konnten die Festgäste Fliesen gestalten, beschreiben oder bemalen. Später zu einem großen Mosaik zusammengesetzt sollen diese an einer Wand im Garten der KiTa dauerhaft an das Jubiläum erinnern.
Wie gut alle anwesenden Gäste die Kindertagesstätte kennen, konnte beim Quiz überlegt werden. Knifflige Fragen mußten beantwortet werden: Wie viele Toiletten gibt es in der Kita? Wer arbeitet hier am längsten? Wie hießen die ersten Gruppen (noch im heutigen Pfarrhaus)?
Gewinne gab es natürlich auch, gestiftet von den ansässigen Geschäften. Spielen, erinnern und erkunden macht müde und hungrig. Zum Glück gab es eine große Cafeteria im Gemeindehaus, der Kaffee- und Kuchenverkauf wurde zugunsten eines neuen Sonnensegels für die Krippengruppe durchgeführt. Wer lieber etwas Herzhaftes ass, konnte eine Bratwurst, gebraten vom Förderverein der Kirchengemeinde, genießen. An allen Stationen des Festes wurde geklönt und Erinnerungen ausgetauscht. „Ich erinnere mich noch genau an den Umzug in den neuen (jetzigen) Kindergarten!“
Denn auch der Neubau des Kindergartens vor genau 25 Jahren (im Jahre 1992) kam im Gottesdienst und auf dem Fest zur Sprache.
Ein besonderes Highlight war das Eltern-Theater: „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat.“
Großes Gelächter begleitete den kleinen Maulwurf, als er mit einem braunen Häufchen auf dem Kopf, die anderen Tiere fragte, ob sie ihm auf den Kopf gemacht hätten.
Die Eltern gingen mit sehr viel Spielfreude und kreativen Kostümen in ihren Rollen auf.

Bei schönstem Sonnenschein klang das Fest gegen 17.00 Uhr aus.

Ilsemarie Schulze-Iweleit

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

 Wenn ich einmal groß bin „Wenn ich groß bin, möchte ich Polizistin werden!“
Die Erzieherin fragt: „Warum, was findest du an dem Beruf so gut?
„ Da kann ich schnell laufen, um den Dieb zu fangen.“

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

Der Opa
„Mein Opa ist so dick, der passt durch keine Tür durch. Ich glaube der bekommt ein Baby.“

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

Ein Kühlakku

Zwei Mädchen aus der Krippe hatten eine kleine Verletzung und brauchten ein Kühlakku. Ein Junge wollte darauf hin auch eins haben. Frau Schulze: „Du brauchst ein Kühlakku für die Seele!“ Der Junge schaute an sich herunter, guckt das Kühlakku an, Überlegt und fragt: “Wo ist die Seele?“ Ein anders Mädchen antwortet: “Die Seele ist weg.“ Nun schaut der Junge wieder zwischen dem Kühlakku und seinen Händen und seinem Bauch hin und her. Frau Schulze: „ Nein, die Seele ist nicht weg. Die Seele ist das was Dich ausmacht, Dein Lachen, Deine Gedanken und Deine Gefühle, aber kühlen kann man sie nicht.“

Kindersprüche aus der Kindertagesstätte St. Michaelis

Die Margeriten
Eine Erzieherin sitzt mit zwei Kindern am Hügel. „Oh meine Margeriten blühen ja  schön“ sagt sie. „Was sind denn Margeriten“ fragen die Kinder. „ Das sind die weißen Blumen dort, die habe ich aus meinem Garten mitgebracht.“ „Margeriten? Fragen die Kinder“ Kann man aus denen Pizza machen?

Wie schaffen Sie es eigentlich, daß mittags alle Kinder in der Krippe schlafen?

Eltern und Großeltern, die zum ersten Mal in die Krippe kommen und sich die Räumlichkeiten angucken, können sich gar nicht vorstellen wie wir es schaffen, daß die Kinder mittags wirklich schlafen. Daß alle Kinder gemeinsam wirklich schlafen.
Zuerst einmal: schlafen ist bei uns kein Zwang! Wenn Kinder nicht schlafen möchten, wollen oder können, müssen sie es auch nicht!
Unser Schlafraum heißt „Sternenzimmer“. Er bietet genug Platz die individuellen Schlafbedürfnisse, die Vorlieben der Kinder, zu berücksichtigen.
Die Kinder schlafen in Gitterbettchen, Reisebetten oder auf Matratzen auf dem Boden. Je nach dem was die Kinder von Zuhause kennen und was sie bevorzugen.
Mit Kissen oder lieber ohne, im Body oder im Schlafanzug, mit Bettdecke oder im Schlafsack, mit Spieluhr oder mit einem gesungenen Lied, mit Kuscheltier oder Kuscheldecke, mit Schnulli, Daumen oder Milchflasche? Wir versuchen den Kindern den Rahmen für ihre Mittagspause so zu gestalten wie sie es von Zuhause kennen. Ein Rahmen der ihnen Sicherheit bietet.
„Ich bin nicht alleine im Raum“, von jedem Schlafplatz aus sehen die Kinder die anderen  Kinder und die anwesende (immer gleiche) Erzieherin.
Es ist wichtig die Schlafwache auch auf einer Matratze zu halten und „schlafen zu spielen“, also mit auf dem Boden zu liegen. Die Kinder warten darauf und fangen teilweise erst dann an zu entspannen, wenn die Erzieherin auch liegt.
„Uns ist wichtig, dass die Kinder in der Krippe zur Ruhe kommen können. Eine entspannte, abgedunkelte Atmosphäre, Dinge und Rituale von Zuhause, mit denen wir die eigene kleine Wohlfühloase schaffen, helfen den Kindern beim Entspannen und Einschlafen.

Alles zusammen beantwortet die Frage wie wir es schaffen, daß in der Regel wirklich alle Kinder mittags schlafen.

Ilsemarie Schulze-Iweleit

 

50 Jahre Kindertagesstätte St. Michaelis

Einladung zum Festgottesdienst am Sonntag, den 15.10.2017

um 11 Uhr in der St. Michaeliskirche Bienenbüttel

und anschließend zu unserem Mitmach-Fest rund um die Kita

Schlau, frei ,mutig und von Gott geliebt –  Martin Luther in der Kita

 


Unter diesem Motto fand eine Fortbildung für Erzieherinnen statt, an deren Ende ich (und alle anderen TeilnehmerInnen auch), zur Lutherbotschafterin ernannt wurde.
Hochmotiviert stürzte ich mich mit den zukünftigen Schulkindern auf das Thema Gerechtigkeit.
Fast alle Kinder konnten sofort sagen was sie ungerecht fanden:
– es ist ungerecht, wenn … mich immer „rein legt“,
– wenn einer vordrängelt,
– dass die Kinder früher nicht zur Schule gehen durften….
Erstaunlicherweise fiel es ihnen schwer zu sagen was Gerechtigkeit,  bzw. gerecht ist.

Währen der Projektwoche spielte ich mit den Kindern die Geschichte/das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg nach(Matthäus 20,1-15):Ein Mann sucht dringend Arbeiter, die ihm bei der Weinlese helfen. Die Trauben sollen noch an diesem Tag abgeerntet werden. Er bietet ihnen einen  Silbertaler zum Lohn. Am Mittag merkt er dass die Arbeiter nicht fertig werden und begibt sich abermals auf die Suche nach Arbeitern. Später merkt er dass auch diese Arbeiter nicht reichen und stellt weitere Arbeiter ein…
Am Abend sind die Trauben gelesen und der Weinbergbesitzer gab jedem der Arbeiter seinen Lohn: Einen Silbertaler. Die Arbeiter, die schon morgens eingestellt wurden, beschwerten sich und fanden es ungerecht, dass sie den gleichen Lohn erhielten wie die anderen Arbeiter, obwohl diese doch nur wenige Stunden gearbeitet hatten, während sie sich schon seit dem frühen morgen abgerackert hatten.
Der Weinbergbesitzer antwortete ihnen. Ein Silbertaler war abgemacht und den habt ihr bekommen.
Ich tue Euch nicht unrecht: Nehmt was euer ist und geht!
Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie euch. Denn ich brauchte seine Hilfe genauso wie Eure. Ich finde das gerecht! (Frei nach der Übersetzung von Martin Luther)
Im Gegensatz zu den Arbeitern protestierten die Kinder hier nicht darüber, dass alle den gleichen Lohn erhielten- egal ob sie morgens, mittags oder erst am Abend mit der Arbeit anfingen! Im Gegenteil: Sie freuten sich über ihr „verdientes“ Geld.
Zunächst war ich sehr erstaunt darüber. Ich fragte mich, ob das Thema Gerechtigkeit zu abstrakt ist für 5-6 jährige Kinder. Dachte,vielleicht können sie sich unter dem Wert des Geldes nichts vorstellen.
Ich hatte mich also gefühlsmäßig mit den ersten Arbeitern im Weinberg identifiziert, während die Kinder ganz ihrem Bauchgefühl folgten und genau wie Jesus die Arbeit jedes einzelnen schätzten.
Was ist also gerecht – was ungerecht?
Was denken Sie?
Im Verlauf dieser Woche ging es auch darum, dass Martin Luther es ungerecht fand, dass nur die Gelehrten die (auf Latein geschriebene) Bibel lesen konnten. Er übersetzte nicht nur die Bibel ins Deutsche, er setzte sich auch dafür ein, dass jeder Mann, jede Frau und jedes Kind lesen und schreiben lernen dürfen.
Wir probierten wie es ist wie Martin mit einer echten Feder und Tinte zu schreiben und erfuhren, wie schwer es ist diese Tinte von den Fingern zu bekommen. Wir sangen ein Lied übers Teilen und malten und diskutierten.
Am Ende stellten wir fest, wie schwer es ist gerecht zu sein, obwohl jeder  gerecht behandelt werden möchte.

Marion Sauer