Unsere Gemeinde

Michaelistag, 29.09.19

Auch in diesem Jahr wollen wir den Namenstag unserer Kirche, den Michaelistag feiern. Da er auf einen Sonntag fällt, möchten wir gleich nach dem Gottesdienst (Beginn: um 9.30 Uhr) in den Garten des Gemeindehauses einladen.
Wie in den vergangenen Jahren wollen wir ein Mitbring -Buffett anbieten. Dafür bitten wir Sie um Ihre Spende in Form von Salat, Brot, Nachspeisen und Ähnlichem. Für Bratwurst vom Grill wird gesorgt.
Wir hoffen auf rege Beteiligung und ein gemütliches Beisammensein für ca. 2 bis 3 Stunden. Dann hoffen wir auf helfende Hände beim Aufräumen.
In diesem Jahr findet zudem am diesem Sonntag, dem Michaelisfest, auch der Visitationsgottesdienst unserer Gemeinde statt.
Auch hierzu laden wir herzlich ein.

„Ich sehe was, was du nicht siehst…“

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist…!“ So schallt es durch das Auto. Irgendwie müssen sich die Kinder ja die Zeit vertreiben – das lange Warten bis das Ziel endlich erreicht ist. Die Vorfreude hatte sich ja schon so lange aufgebaut. Urlaub, Strand oder Berge, etwas anderes sehen, Zeit für Familie oder Freunde oder einfach nur für sich selbst. Die Zeit bis dahin kann gar nicht schnell genug vorübergehen. Sehnsuchtsvoll erwartet, hoffnungsvoll herbeigesehnt, erwartungsvoll erhofft. 

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist ein kleiner verborgener Traum.“ Urlaub das ist hoffentlich auch ein wenig kleine Erfüllung unserer Wünsche. Ein Ziel, das auf uns wartet. Zeit, die wir uns gönnen. Gemeinsame Stunden für die bislang nicht genug Platz war. Hoffentlich ein kleiner Vorgeschmack auf die Sehnsüchte, die uns treiben, die uns begleiten, die uns Kraft schenken. Ein kleines bisschen Paradies auf Erden – das sollte es sein. Zeit, in der wir Gottes Liebe und Fürsorge und seine Weite spüren dürfen. Gottes Liebe, die uns mit unseren Liebsten verbindet. Gottes Fürsorge, die uns Kraft schenkt neuen Herausforderungen zu begegnen. Gottes Weite, die uns die Augen öffnet für seine wunderbare Welt.

„Ich sehe was, was du nicht siehst und das habe ich schon mal gesehen.“ So geht es mir in diesem Sommer. Nachdem ich von 2013 bis 2016 als Vikar in der St. Michaeliskirche war, freue ich mich nun sehr darüber als neuer Pastor zurückzukommen. In den letzten Jahren konnte ich aus der Nachbarschaft von Wichmannsburg und Altenmedingen aus immer wieder hinüberschauen. Durch meinen Weg zu meinen anderen beiden Gemeinden und durch die Fahrten zum Kindergarten hatte ich die St. Michaeliskirche immer in gutem Blick. Ich freue mich darauf viele bekannte Gesichter wiederzusehen und Neues zu entdecken, was sich über die Jahre verändert hat. Ich bin gespannt, wie sich die Zukunft gestalten wird, wenn die drei Gemeinden immer mehr zusammenwachsen werden. Ich freue mich darauf weiter in Altenmedingen und gemeinsam mit Pastorin Julia Koll in Wichmannsburg zu wirken.

Ich sehe was, was du hoffentlich auch siehst und das ist eine spannende Zukunft mit drei Gemeinden, die gemeinsam wachsen. Ich sehe drei Gemeinden, in denen Gottes Geist wirkt. Drei Gemeinden, die viel Platz für das Leben haben. Drei Gemeinden, in denen wir Gottes Liebe, seine Fürsorge und seine Weite spüren dürfen.

Ihr Pastor Tobias Heyden

Mhlangana

Nein, diese Überschrift ist kein Druckfehler.

Seit 1989 besteht zwischen dem Kirchenkreis Uelzen und dem („schwarzen“) Kirchenkreis Ondini in Südafrika eine Partnerschaft. Begonnen in einer Zeit, zu der in Südafrika noch die Rassentrennung herrschte, hat diese Partnerschaft seither Bestand und füllt sich immer wieder mit Leben durch im zweijährigen Wechsel stattfindende Besuche der Partnerschaftsdelegationen. So hatten wir: Sigrid Grote, Daniel Bruns, Jimi Puttins, in diesem Jahr die Ehre, unsere Gemeinden als Mitglieder der Kirchenvorstände in Südafrika für zweieinhalb Wochen übers Osterfest zu vertreten.
Die St. Georgsgemeinde und die St. Michaelisgemeinde „teilen“ sich dort eine Partnergemeinde: „Mhlangana“. Hinter diesem Konsonantenmassaker verbirgt sich eine Aussprache ähnlich wie „Schlangana“, eine Gemeinde im Osten des Kirchenkreises Ondini, welche sich erneut in drei Kirchspiele unterteilt. Hermann-Georg Meyer, deutscher Leiter der Partnerschaft, sagte vor unserer Ankunft über die Gegend rund um Mhlangana, sie sei steinreich. Diese Bezeichnung stellt die Umgebung ziemlich gut dar, Steine, Staub und Sträucher prägen das Landschaftsbild; reich sind hier hingegen die Wenigsten, Armut und Perspektivlosigkeit stellen für viele Menschen (wie auch im Rest Südafrikas) ein großes Problem dar.

Untergebracht waren wir aber in Familien, auf welche dies nicht zutraf. Mpilo, unser erster Gastgeber, ist beispielsweise Ingenieur in der nahegelegenen Großstadt Durban, fährt Mercedes AMG und hat eine Regendusche in seinem Haus, während viele Südafrikaner weder über ein Auto noch fließend Wasser verfügen. (Allerdings ist Mpilo auch verglichen mit dem Lebensstandard der meisten anderen Gastgeber ein Extrembeispiel)

Mhlangana verfügt über zwei Kirchen, welche aber nur eingeschränkt nutzbar sind, weswegen wir das Osterfest in der örtlichen Grundschule begingen. Das Osterfest selbst bestand im Grunde aus einem großen Gottesdienst, welcher sich vom Nachmittag des Gründonnerstags bis in die frühen Morgenstunden des Ostersonntags erstreckte, geschlafen (oder eben auch nicht) wurde im Predigtsaal; die weniger hartgesottenen durften aber über Nacht auch nach Hause gehen.

In der Zeit außerhalb des Osterfestes wurden uns die Gegend rund um Mhlangana und die verschiedenen Kirchspiele gezeigt, wir kamen mit Menschen aus der Gemeinde in Kontakt und berichteten über Deutschland und unsere Gemeinden.

Die Zeit über, welche wir nicht in den Partnergemeinden verbrachten, waren wir mit den restlichen neun Delegierten unterwegs. Untergebracht waren wir hier in einem diakonischen Zentrum (in dem unter anderem die Oblaten produziert werden, die in unseren Gemeinden zum Abendmahl gereicht werden), von dem aus wir meist tageweise Ausflüge in die nähere oder auch nicht so nahe Umgebung machten. (Rekord waren sechs Stunden hin + sechs Stunden zurück, als wir die äußerst gelegene Gemeinde Ondinis besucht haben.)

Das südafrikanische Partnerschaftskomitee hatte aber weder Kosten noch Mühen gescheut, uns einen möglichst vielschichtigen Eindruck dieses wunderbaren Landes zu vermitteln. Zu den Tagesauflügen gehörten neben erwähnten Besuchen in verschiedenen Gemeinden eine Wandertour durch die Drakensberge, ein Konzert, ein Besuch in Durban und vieles mehr. Und natürlich kamen wir auch hier immer wieder mit Menschen aus den verschiedenen Teilen Ondinis zusammen.

Dieser Bericht stellt nur einen kleinen Abriss dessen dar, was wir in Südafrika erlebt haben. Falls Interesse daran haben, mehr über diese Reise und vor Allem über unsere Partnergemeinde zu erfahren, laden wir sie herzlich zu dem Vortrag ein, welchen wir in naher Zukunft hierüber halten werden. Termin und Örtlichkeit werden wir rechtzeitig bekannt geben. Wir freuen uns auf Sie!

Jimi Puttins

Und machet sie euch untertan

Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. (1 Mose 1, 28)

In Zeiten, in denen Ferkel ohne Betäubung kastriert, Meere überfischt, Chemikalien hectoliterweise auf Felder gekippt und Urwälder abgeholzt werden, scheint dieser Auftrag doch erfüllt. Der Mensch macht sich die Erde untertan wie nie zuvor. Der Homo Oeconomicus knechtet die Erde, auf dass sie sich seiner Herrschaft beuge, und wenn wir dabei auch alle draufgehen, immerhin haben wir (korrigiere: einige wenige) vorher an ihr verdient. Dann hat es sich ja gelohnt. Und dem Herrn wurde (nebenbei) auch genüge getan, denn der menschliche Herrschaftsanspruch tritt doch in derartigem Verhalten in der überhaupt höchstmöglichen Form zutage.

Oder etwa doch nicht? Angeheizt durch den UN-Klimagipfel und ein 16-jähriges Mädchen aus Schweden, welches jeden Freitag vor seinem Parlament gegen den Klimawandel protestiert, kommt mal wieder die Frage auf, ob der Mensch nicht vielleicht doch ein ganz kleines bisschen mehr für die Umwelt und gegen den Klimawandel tun müsste? Die Erde schützen schützen müsste? Rein sachlich betrachtet handelt es sich hierbei einfach um eine logische Abwägung: Wie viel Bequemlichkeit und Profit ist der Mensch bereit aufzugeben, um im Gegenzug sich selbst zu erhalten. Denn die Natur kann auch ohne den Menschen existieren. Umgekehrt wird das dann doch eher schwierig. An der Stelle dann das Beispiel der Kreuzfahrt: Statistisch verbraucht ein Kreuzfahrtschiff pro Tag so viel CO2 wie 84.000 Autos, soviel Stickoxide wie 421.000 Autos, so viel Feinstaub wie 1 Million Autos und so viel Schwefeloxid wie 376 Millionen Autos. ABER KREUZFAHREN IST DOCH SO SCHÖN UND DIE REEDER VERDIENEN DOCH SO GUT DARAN. Also fahren weiterhin jährlich über 25 Millionen Menschen Kreuz. (Fairerweise muss an der Stelle allerdings angemerkt werden, dass sich ähnliches jetzt auch über Flugzeugurlaube, unnötige Autotouren etc. sagen ließe). Der Mensch setzt hier seine Prioritäten. Profit und Bequemlichkeit über Selbsterhaltung.

Tatsächlich gibt es unter einigen „Wissenschaftlern“ (Die Anführungszeichen seien mir verziehen) die Theorie vom Menschen als Parasit. Laut dieser ist die Erde als Organismus zu betrachten und der Mensch als Parasit, welcher diesen befallen hat und nun auslaugt. Denkt man diese Theorie nun zu Ende, kommt man zu dem unerfreulichen Ergebnis, dass die Menschheit dem Untergang geweiht ist. Denn entweder der Organismus wehrt sich gegen den Parasiten und es gelingt ihm, diesen auszumerzen (im gegebenen Modell etwa durch Naturkatastrophen), oder aber, der Parasit saugt den Organismus soweit aus, bis dieser eingeht. In der Natur könnte der Parasit nun seinen Wirt wechseln. Aber wie soll der Mensch seinen Wirt wechseln? Derzeitigem Stand nach haben wir eben nur die Erde, Mond und Mars stellen bislang bedauerlicherweise keine Alternative dar. Abstecher zurück zur Bibel: Ist das nun wirklich, was mit dem Herrschaftsbefehl gemeint ist? Die Mündigkeit des Menschen, uneingeschränkt über die Erde zu herrschen, egal mit welchen Konsequenzen?

Tatsächlich findet sich in der Bibel kein einziger Satz mit explizitem Bezug auf den Umweltschutz. Aber wie auch: Die Geschichten in der Bibel sind teils mehrere Tausend Jahre alt. Sie entstammen einer Zeit, als der Mensch noch durch die Natur bedroht war, nicht etwa andersherum. Dass der Mensch zum Herren über die Umwelt wurde, ist ein Produkt der Neuzeit. Mit immer effizienteren landwirtschaftlichen und technologischen Neuerungen griff der Mensch immer stärker in die Umwelt ein. Dies brachte natürlich Konsequenzen mit sich: Bodenerosion, Artensterben, im Laufe der Industrialisierung dann die Luftverschmutzung. Mit der sich ändernden Lebensrealität des Menschen begann die Theologie nun zu hinterfragen, ob nicht auch die Deutung der Bibel anzupassen sei. Ob das menschliche Wirken wirklich das sei, was in der Bibel gefordert werde. Man begann, die Bibel neu zu lesen, Passagen zu reinterpretieren, Aussagen neu zu werten. Hat Gott diese Erde wirklich geschaffen, mit all den wundervollen Dingen und Geschöpfen die sie zu bieten hat, nur damit sie dem Mensch als Spielwiese dient? Gott hat dem Menschen nie einen Herrschaftsbefehl gegeben, er hat ihm einen Bewahrungsbefehl erteilt. Gott hat den Menschen als Hüter, nicht als Herrscher eingesetzt.

Und selbst wenn man nicht an die Schöpfung der Erde durch Gott, sondern an den Urknall glaubt: Wie wahrscheinlich ist es denn, dass etwas so phantastisches wie unsere Erde einfach durch einen Zufall entsteht? Ist es nicht gerade dann die Pflicht des Menschen, sich hieran zu erfreuen und dieses Wunderwerk des Zufalls zu erhalten?

Wenn schon nicht für uns, zumindest für unsere Nachkommen und all die anderen Lebewesen und Organismen, die diese Erde bevölkern? Denn der Mensch ist so viel mehr als ein Parasit. Wir sind vernunftbegabt, wir sind emotionsfähig, wir sind in der Lage, unser eigenes Handeln zu reflektieren. Warum fangen wir nicht an, uns auch so zu verhalten? Was meinen Sie?

Jimi Puttins

Es tut sich was in der Kirchengemeinde

Wie sich sicher schon rumgesprochen hat, haben wir ab dem 01. Mai einen neuen, uns wohl bekannten Pastor. Tobias Heyden, der schon als Vikar bei uns war, wird unser neuer Pastor. Gleichzeitig bekommt auch Wichmannsburg eine neue Pastorin. Diese beiden werden sich dann um alle drei Kirchengemeinden, Bienenbüttel, Wichmannsburg und Altenmedingen kümmern. Hierdurch ergibt sich für unsere Gemeinde zunächst einmal eine gravierende Veränderung. Unser Sonntäglicher Gottesdienst wird ab dem 07. 05.2019 immer schon um 9.30 Uhr stattfinden. Dies ergibt sich daraus, dass zwei Pastoren in drei Gemeinden Gottesdienst halten und beide in jeder der drei Gemeinden predigen und etwas Zeit nach dem Gottesdienst, Vor Ort verbringen wollen. Ein weiterer wichtiger Termin für Sie als Gemeindemitglied, wird der 03.03.2019 sein. An diesem Sonntag wird Tobias Heyden seinen Aufstellungsgottesdienst in unserer Kirche halten. Das besondere daran: Diese Predigt soll von Ihnen gewertet werden. Wenn Sie Einwände gegen den Inhalt, nicht gegen den Pastor haben, können Sie innerhalb einer Woche beim Kirchenvorstand Einspruch einlegen. Der Kirchenvorstand prüft die Einwendungen und wird die entsprechenden Schritte einleiten. Am 18.04 2019 (Gründonnerstag) findet um 18.00 Uhr ein gemeinsames Tischabendmahl in Altenmedingen mit Tobias Heyden statt, diese Gemeinsamkeit mit Altenmedingen ist eine von vielen geplanten Aktivitäten in der neuen Zusammenarbeit der beiden Kirchengemeinden. Wenn alles gut verläuft ist es dann am 28.04.2019 soweit: Unser neuer Pastor hält seinen Einführungsgottesdienst und unsere Vakanzzeit ist nun endlich Geschichte. Wie es sich gehört, lädt der Kirchenvorstand im Anschluss zu einem kleinen Imbiss mit Getränk ein.

Frank Schmolke für den Kirchenvorstand

Liebe Leserin, lieber Leser,

bald ist Frühling! Nach einem langen Winter mit Kälte und Dunkelheit erwacht die Natur allmählich zu neuem Leben. Ich freue mich schon auf wärmere Tage, auf Sonne, auf sattes Grün, auf länger werdende Tage. Im Kreislauf des Lebens ist der Frühling für mich die schönste Jahreszeit. Denn der Frühling schickt mir – wie Ostern – eine Botschaft der Hoffnung. All das, was gerade noch tot schien, lebt! In diesen Kreislauf des Lebens weiß auch ich mich eingebettet. Im Kommen und Gehen der Stunden und Tage bin ich unterwegs. Ich suche meinen Weg und suche Orientierung – so, wie ich es in dem folgenden Text ausgedrückt habe:

Unterwegs sein

Unterwegs sein – heißt leben.
Nur wohin?
Wohin bin ich unterwegs?
Wohin führt mich mein Weg?

Manchmal weiß ich es selbst nicht
Ich gehe und gehe – eben weil ich gehe
Und die Richtung gibt mir mein Gehen vor.

Hin und wieder bleibe ich stehen
Manchmal erschöpft
Manchmal gelangweilt
Oder unsicher
Oder suchend.

Ich blicke um mich:
Such nach Orientierung
Suche nach dem rechten Weg

Doch wohin soll mich mein Weg eigentlich führen?
Wohin bin ich unterwegs?
Zu mir Ins Leben
Und zu Gott
Dahin bin ich unterwegs!

Möge Sie Ihren Weg von Gott begleitet wissen – von dem Gott, dessen Hoffnung bis zum Himmel reicht!!

Ihr Pastor Christoph Siedersleben

Dankbarer Rückblick

Am Michaelistag, dem 29. September 2018 wurde ich feierlich in einem Festgottesdienst verabschiedet. Nach 17 Jahren ging meine Zeit als Pastor der St. Michaelis Kirchengemeinde in Bienenbüttel zu Ende und zugleich wurde ich in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst, der von vielen mitgestaltet und gefeiert wurde, die von den Blumenfrauen festlich geschmückte Kirche, die vielfältigen musikalischen Beiträge, die wertschätzenden Worte und der Kirchenvorstandschor, der meine Zeit in Bienenbüttel pointiert besungen und viele zum Schmunzeln gebracht hat, haben mich sehr berührt. Nach dem Gottesdienst haben wir gemeinsam den Michaelistag mit vielen Begegnungen, Musik, Gesang und gutem Essen gefeiert. Viele haben sich persönlich von mir verabschiede, gute Worte mit auf den Weg gegeben für den neuen Lebensabschnitt und mir liebevolle Geschenke überreicht. Meine Familie, viele Freunde von nah und fern sind gekommen und haben mir den Abschied durch ihre Gegenwart erleichtert. Herzlichen Dank für diesen besonderen Tag an alle Beteiligten, insbesondere an den Kirchenvorstand, dem es bis zum Schluss gelungen ist, alle Planungen für das Fest geheim zu halten. Ich blicke mit dankbarem Herzen auf die Zeit in Bienenbüttel zurück und erinnere mich gerne an vielfältige Begegnungen zu den verschiedenen Gelegenheiten und Anlässen. Danke für alle Unterstützung für mich und meine Familie. Nun ist das Pfarrhaus geräumt und meine Frau und ich kommen langsam in Uelzen als unserem neuen Wohnort an. Durch gute Erfahrungen und Freundschaften bleiben wir Bienenbüttel auch weiterhin verbunden. Ich grüße Sie noch einmal herzlich mit dem Bibelvers meiner Abschiedspredigt aus 2. Timotheus 1,7 (dieses Wort findet sich auch über der Tür des Gemeindehauses): „Gott hat uns nicht gegeben der Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Seien Sie behütet.

Jürgen Bade, Pastor i.R.

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor ein paar Tagen hatte ich unerwarteten Besuch. Eine Freundin aus Studienzeiten, die ich 20 Jahre nicht gesehen hatte, meldete sich kurzfristig an. Ich habe mich sehr auf den Besuch gefreut. Und wie´s so ist: Wenn Besuch kommt, bereitet man sich vor, sieht zu, dass der Gast sich wohlfühlen kann. Am Bahnhof traf mein Blick ein vertrautes Gesicht, das fast unverändert war. Nur ein paar Falten zeugten von den Jahren, die seit dem letzten Treffen ins Land gegangen waren. Schon bald spürten wir, dass wir uns auch nach 20 Jahren noch viel zu sagen hatten, dass eine innere Verbundenheit geblieben war. Und so haben wir uns vorgenommen, uns wenigstens einmal im Jahr zu sehen und zu besuchen! Um eine „Verabredung“ einmal im Jahr geht es auch in den kommenden Wochen des Advents – und dann vor allem am Heiligen Abend. Da kommt einer, der hohe Erwartungen weckt! Vorfreude und Hoffnung! Und wie´s so ist: Wenn Besuch kommt, bereitet man sich vor, sieht zu, dass der Gast sich wohlfühlen kann. Es wird geputzt, gebacken, Geschenke besorgt und das Haus festlich geschmückt! Am liebsten soll es dann so sein wie alle Jahre wieder! Alles soll seinen Platz haben. Alles soll so sein wie immer. Alle sollen friedlich versammelt sein. Aber in so mancher Runde bleiben Plätze frei. Kinder sind erwachsen geworden, gehen ganz eigene Wege; es gab Trennungen; es gab Abschiede – auch endgültige Abschiede. Und so wird es in manchem Haus in diesem Jahr ganz anders zugehen als in all den Jahren zuvor. Vielfach wird das schmerzhaft so empfunden werden. Und das ist wohl vor allem deshalb so, weil der Gast, den wir erwarten, die Hoffnung auf Frieden, auf Ganzheit, auf Geborgenheit, auf Heilung in einer so rastlosen, unsteten und friedlosen Welt weckt! Vielleicht aber spüren ja gerade all jene, deren Leben und Welt im vergangenen Jahr so sehr aus der Bahn geraten ist, dass dieser Gast in ihre Herzen und Häuser einziehen will: Heilung und Segen schenken will. Ich jedenfalls wünsche Ihnen, dass für Sie etwas davon erfahrbar wird – an Weihnachten – so dass Sie sich auf diese besondere „Verabredung“ freuen können – einmal im Jahr!

Ihr Pastor Christoph Siedersleben