Die Kirche

Die Kirche in Bienenbüttel war ursprünglich aus Holz, wurde aber schon frühzeitg durch ein kleine Findlingskirche ersetzt. Eine größere Instandsetzung wurde durch den damaligen Abt des St.-Michaelis-Klosters von Holle betrieben. Ein Wappenstein von 1564, heute im Nordeingang zur Sakristei eingesetzt, ist Zeugnis davon. Dieser Kirchbau konnte wegen Baufälligkeit und Einsturzgefahr nicht mehr instand gesetzt werden. Außerdem war die Kirche mittlerweile für die gewachsene Kirchengemeinde zu klein geworden. Das neue Kirchschiff wurde daher 1837 durch den heutigen Backsteinbau ersetzt. Lediglich der erst 1702 errichete Findlingsturm war stabil genug und konnte erhalten werden. 

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Ob aus reinen Platzgründen, zur Verschonung jüngerer Grabstellen oder wegen der zeitgemäßen symbolischen Abkehr vom mittelalterlichen und vorreformatorischen Baustil mit seiner üblichen Ausrichtung nach Jerusalem im Heiligen Land und der aufgehenden Sonne nach Osten, ist nicht sicher überliefert, aber der Neubau wurde nicht an gleicher Stelle errichtet, sondern vom Findlingsturm nach Norden zur Ilmenau hin angeschlossen.

Als letzte große bauliche Veränderung wurde der Findlingsturm im Jahre 1907 durch einen doppelt so hohen Backsteinturm ersetzt. Eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1702 schmückt den Kirchturm seit diesem Zeitpunkt. Der Turm wurde 2003 nochmals überarbeitet und streckt sich 42 Meter in die Höhe.

 

 

 

 

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Im Turm hängen zwei Stahlglocken aus den Jahren 1933 und 1957 sowie eine kleine Bronzeglocke von 1524. Die Bronzeglocke soll aus der um 1700 abgebrochenen Grünhagener Kapelle stammen.

 

Der erhöhte und ummauerte Kirchhof wurde bis zur Stillegung im Jahre 1810 als Begräbnisstätte genutzt. Die dort heute stehenden Linden wurden 1865 gepflanzt.

Die Orgel in der St. Michaelskirche wurde 1857 von der Fa. Philipp Furtwängler aus Elze erbaut und bis heute mehrfach überholt.

An der Westwand ist seit 1971 eine einzelne breite Grabplatte eingelassen. Diese Grabplatte gehört zum damaligen Pastor Phillip Julius Toppius (1649 – 1727) und seiner zweiten Ehefrau (+ 1714) und diente vorher als Altarstufe.

 

 

 

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Die Nordwand zieren drei halbrunde Glasmalereifenster. Sie stellen den auferstandenen und segnenden Christus zwischen den ihm zugeordneten Symbolen Pelikan und Lamm dar. Die Fenster stammen aus der Quedlinburger Werkstatt Ferdinand Müller und sind 1924 bis 1928 von Konfirmanden gestiftet worden.

Die Kirche dient heute neben den Gottesdiensten und Andachten auch Konzerten der gemeindlichen musikalischen Gruppen oder in Bienenbüttel gastierender Künstler.

In den Wintermonaten nach dem Mitarbeiterempfang Anfang Januar bis zum 2. Sonntag vor dem Osterfest bleibt die Kirche aus Heizenergiegründen geschlossen. In dieser Zeit finden alle Gottesdienste und Veranstaltungen im Gemeindesaal des Gemeindehaus statt.