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„April, April, der macht, was er will“, sagt eine Bauernweisheit.

 

Wie entsteht eigentlich dieses sprichwörtliche Wetter? Ursache ist das Temperaturgefälle zwischen wärmerer Luft in Afrika und der kälteren Luft über Nordeuropa. Da die Lufttemperatur bestrebt ist, sich auszugleichen, kommt es an der Grenze zwischen den Luftmassen, die über Mitteleuropa liegen, zu ständigen Wetterwechseln. Die sind so auffällig, dass der Monat früher auch „Wandelmonat“ oder „Launing“ genannt wurde. So ist dieser Monat auch Sinnbild für das Leben. Ich erfahre mich selbst manchmal als launisch, sodass meine Mitmenschen (natürlich nicht in der Gemeinde, eher meine Frau und die Kinder) nicht mehr genau wissen, woran sie mit mir sind – im einen Moment ausgeglichen, im anderen reizbar. Gut, wenn andere mich darauf hinweisen. Ich lade Sie ein, sich in einem stillen Moment auch selbst zu fragen, wie viel April in Ihnen steckt.  Der „Wandelmonat“ April ist zugleich Sinnbild des Lebens mit seinen Wechseln. Davon wissen wir alle zu erzählen. Nicht immer ist es leicht, die Schicksalsschläge des Lebens zu tragen. Wir sind jetzt auf dem Weg in die Karwoche und die Ostertage. Wir dürfen den Alltag hinter uns lassen. Der Glaube braucht Raum und Zeit, um sich zu entfalten, um den Alltag zu durchdringen. Verankere ich mich in den Geheimnissen des Glaubens und orientiere ich mich auf Jesus hin, verliere ich in den Wechselfällen des Lebens nicht so schnell die Orientierung und werde nicht wie eine Wetterfahne zu einem Spielball der äußeren Umstände. Auch wenn Karl der Große im 8. Jahrhundert dem April den deutschen Namen „Ostermonat“ gegeben hat, weil Ostern meistens im April gefeiert wird, gehört doch die Passionszeit dazu. Ich kann die Auferstehung  Jesu nicht trennen von seinem Leiden und Sterben. Ich glaube, nur wenn ich bereit bin, mich auch auf die bitteren Stunden Jesu einzulassen, werde ich eine Ahnung davon bekommen, was die Befreiung und Erlösung, die seine Auferstehung schenkt, bedeutet. Weil ich Jesus in seinem Leiden als den erfahre, der auch in den Wechselfällen meines Lebens an meiner Seite ist. Das gilt für eine zerbrochene Beziehung; oder wenn die Kinder sich nie melden; bei einer Krankheit, die nicht heilen will. All das kann an meinem Glauben nagen. Aber gerade dann kann der Glaube helfen. Wir sollen die Fragen und Zweifel mit in die vor uns liegenden Wochen vor Ostern nehmen.
Ängste, die uns ganz nah an den zweifelnden Jesus im Garten von Gethsemane führen, die wir mit den Jüngern unter dem Kreuz des Karfreitags teilen, die wir mit den Frauen des Ostermorgens mit an das Grab bringen. Wir können uns Zweifel nicht selbst ausräumen, wir können uns unsere Ängste nicht selbst nehmen, aber wir dürfen beten, hoffen und glauben, dass wir mit ihnen nicht alleingelassen werden. Dass er, der von sich selbst sagt, dass er gekommen ist, um zu dienen und sein Leben zu unserer Erlösung zu geben, um das alles weiß und dass es ihm zu Herzen geht, dieser Glaube möge uns geschenkt werden.

Ihnen allen von Herzen gesegnete Passions- und Oster-Tage

mit Erkenntnis-Nischen und tragfähigen Antworten!

Ihr Pastor Jürgen Bade