Mhlangana

Nein, diese Überschrift ist kein Druckfehler.

Seit 1989 besteht zwischen dem Kirchenkreis Uelzen und dem („schwarzen“) Kirchenkreis Ondini in Südafrika eine Partnerschaft. Begonnen in einer Zeit, zu der in Südafrika noch die Rassentrennung herrschte, hat diese Partnerschaft seither Bestand und füllt sich immer wieder mit Leben durch im zweijährigen Wechsel stattfindende Besuche der Partnerschaftsdelegationen. So hatten wir: Sigrid Grote, Daniel Bruns, Jimi Puttins, in diesem Jahr die Ehre, unsere Gemeinden als Mitglieder der Kirchenvorstände in Südafrika für zweieinhalb Wochen übers Osterfest zu vertreten.
Die St. Georgsgemeinde und die St. Michaelisgemeinde „teilen“ sich dort eine Partnergemeinde: „Mhlangana“. Hinter diesem Konsonantenmassaker verbirgt sich eine Aussprache ähnlich wie „Schlangana“, eine Gemeinde im Osten des Kirchenkreises Ondini, welche sich erneut in drei Kirchspiele unterteilt. Hermann-Georg Meyer, deutscher Leiter der Partnerschaft, sagte vor unserer Ankunft über die Gegend rund um Mhlangana, sie sei steinreich. Diese Bezeichnung stellt die Umgebung ziemlich gut dar, Steine, Staub und Sträucher prägen das Landschaftsbild; reich sind hier hingegen die Wenigsten, Armut und Perspektivlosigkeit stellen für viele Menschen (wie auch im Rest Südafrikas) ein großes Problem dar.

Untergebracht waren wir aber in Familien, auf welche dies nicht zutraf. Mpilo, unser erster Gastgeber, ist beispielsweise Ingenieur in der nahegelegenen Großstadt Durban, fährt Mercedes AMG und hat eine Regendusche in seinem Haus, während viele Südafrikaner weder über ein Auto noch fließend Wasser verfügen. (Allerdings ist Mpilo auch verglichen mit dem Lebensstandard der meisten anderen Gastgeber ein Extrembeispiel)

Mhlangana verfügt über zwei Kirchen, welche aber nur eingeschränkt nutzbar sind, weswegen wir das Osterfest in der örtlichen Grundschule begingen. Das Osterfest selbst bestand im Grunde aus einem großen Gottesdienst, welcher sich vom Nachmittag des Gründonnerstags bis in die frühen Morgenstunden des Ostersonntags erstreckte, geschlafen (oder eben auch nicht) wurde im Predigtsaal; die weniger hartgesottenen durften aber über Nacht auch nach Hause gehen.

In der Zeit außerhalb des Osterfestes wurden uns die Gegend rund um Mhlangana und die verschiedenen Kirchspiele gezeigt, wir kamen mit Menschen aus der Gemeinde in Kontakt und berichteten über Deutschland und unsere Gemeinden.

Die Zeit über, welche wir nicht in den Partnergemeinden verbrachten, waren wir mit den restlichen neun Delegierten unterwegs. Untergebracht waren wir hier in einem diakonischen Zentrum (in dem unter anderem die Oblaten produziert werden, die in unseren Gemeinden zum Abendmahl gereicht werden), von dem aus wir meist tageweise Ausflüge in die nähere oder auch nicht so nahe Umgebung machten. (Rekord waren sechs Stunden hin + sechs Stunden zurück, als wir die äußerst gelegene Gemeinde Ondinis besucht haben.)

Das südafrikanische Partnerschaftskomitee hatte aber weder Kosten noch Mühen gescheut, uns einen möglichst vielschichtigen Eindruck dieses wunderbaren Landes zu vermitteln. Zu den Tagesauflügen gehörten neben erwähnten Besuchen in verschiedenen Gemeinden eine Wandertour durch die Drakensberge, ein Konzert, ein Besuch in Durban und vieles mehr. Und natürlich kamen wir auch hier immer wieder mit Menschen aus den verschiedenen Teilen Ondinis zusammen.

Dieser Bericht stellt nur einen kleinen Abriss dessen dar, was wir in Südafrika erlebt haben. Falls Interesse daran haben, mehr über diese Reise und vor Allem über unsere Partnergemeinde zu erfahren, laden wir sie herzlich zu dem Vortrag ein, welchen wir in naher Zukunft hierüber halten werden. Termin und Örtlichkeit werden wir rechtzeitig bekannt geben. Wir freuen uns auf Sie!

Jimi Puttins